Grußwort an B90 / Die Grünen zur Landesdelegiertenkonferenzam 18. März 2006 in Rostock
Liebe Delegierte, Liebe Anwesende,
ich habe heute das Vergnügen Ihnen allen hierdie Grüße des Landesschülerrates Mecklenburg-Vorpommern zu übermitteln.
Die Schülervertreter des Landes freuen sich, dass bei Ihnen das Thema Bildung
eine bedeutende Rolle spielt.
Wenn wir über Bildung sprechen, sollten wir uns klar machen, dass Bildung der
Grundpfeiler einer jeden Gesellschaft und so auch der unseren ist.
Wie in Ihrem Wahlprogramm beschrieben muss daher die Bildung der Mittelpunkt der Politik sein, um die Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern und zu verbessern. Wer an der Bildung spart oder sie für nicht so wichtig wie andere Belange hält, begeht nicht nur einen einfachen, sondern einen schwerwiegenden Fehler.
Das Wissen und die Fähigkeiten unserer Bevölkerung bilden das größte Potenzial,
dass in diesem Land überhaupt vorhanden ist.
Viele Studien, wie PISA, zeigen uns jedoch regelmäßig, dass wir gerade in der
Bildung nicht das getan haben, was notwendig gewesen wäre.
Die Änderungen der Rot-Roten Regierung sind dabei ein Anfang zur Verbesserung
unseres Schulsystems, doch sind sie keineswegs ausreichend. In vielen Aspekten
ist wieder einmal der Rotstift stärker zu erkennen als das eigentliche Ziel der
Reformen.
Anstelle einer Verbesserung der Unterrichtsqualität durch Senkung der Klassenfrequenzen wurden diese in der neuen Novellierung des Schulgesetzes weiter erhöht. Solche Sparmaßnahmen können und dürfen die Schulpolitik dieses Landes nicht länger dominieren.
Der Landesschülerrat fordert daher seit Jahren eine Verbesserung der
Rahmenbedingungen von Schule. Es ist nicht nur notwendig die Klassenfrequenzen
endlich wieder auf ein für Schüler und Lehrer erträgliches Maß zu senken,
sondern auch die Schulen mit angemessenem Material für den Unterricht
auszustatten. Dazu zählen Lehrbücher, die nicht schon seit der Wende existieren
und kaum noch lesbar und keineswegs mehr aktuell sind, ebenso wie die
Ausstattung der Räume und Fachkabinette.
All dies sind die äußeren, materiellen Bedingungen, doch wenn wir über die
Verbesserung der Schule reden, ist es noch wesentlich entscheidender endlich
über die Inhalte und Methoden von Schule zu reden. Selbst bei der besten
Ausstattung kann Schule nur mit einem sinnvollen Ansatz, einem gut überlegten
Konzept und ausreichend geschultem Personal erfolgreich sein.
Das die Grundlage hierfür jedoch Geld ist, ist kein Geheimnis, ... , sondern
logisch.
An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass die Frage nicht sein
sollte: "Wollen wir das finanzieren?". Es muss allen klar sein, dass wir bessere
Bildung nicht nur finanzieren wollen, sondern im Interesse unserer Schülerinnen
und Schüler und in unserem eigenen Interesse finanzieren müssen.
Trotz all dieser Kritik möchte der Landesschülerrat jedoch nicht behaupten, dass das neue Schulgesetz schlecht wäre, es ist nur wieder einmal an einigen Stellen etwas vorangekommen und hat dafür an anderen ein paar Schritte in die falsche Richtung gemacht, wie zum Beispiel bei den Klassenfrequenzen.
Ich möchte Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit danken.Der Landesschülerrat hofft mit Ihnen in naher Zukunft öfter, und nicht nur im Rahmen einen solchen Veranstaltung wie dieser, zu tun zu haben.
In der Politik, wie in der Bildung gilt: Wer für etwas besseres kämpft, kann verlieren, aber wer es nicht versucht, hat bereits verloren. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Erfolg bei der kommenden Landtagswahl und uns allen viel Erfolg im Kampf für eine bessere Bildung.
Text: Christian Lüth
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