Für 106 Lehrlinge in Mecklenburg-Vorpommern ist die Gesellenzeit vorbei: Von der Kreishandwerkerschaft Ludwigslust erhielten sie am Freitag ihren Gesellenbrief. "Die Wirtschaft des Landes braucht gut ausgebildete, junge Handwerker", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Sebastian Schröder am Freitag, den 17.03.2005 bei der Gesellenfreisprechung in Ludwiglust. "Gerade in den kommenden fünf Jahren werden rund 20 Prozent der Handwerksbetriebe Führungsnachwuchs benötigen. Daher sind ständige Qualifikationen, lebenslanges Lernen und im weiteren Berufsleben die Meisterprüfung wichtiger denn je."
Die 106 jungen Männer kommen aus acht Gewerken und haben unter anderem Kfz-Mechaniker, Metallbauer, Maler und Lackierer, Sanitär- und Heizungsbauer sowie Elektroinstallateur gelernt. "Aus diesem Jahrgang haben fast 82 Prozent der Lehrlinge ihre Gesellenprüfung bestanden. Das ist ein gutes Zeichen für Können und Fleiß der Prüflinge und für die Gründlichkeit der ausbildenden Betriebe", sagte Schröder.
"In Mecklenburg-Vorpommern ist die Ausbildungsleistung des Handwerks vorbildlich: Jeder zehnte Beschäftigte in den Handwerksunternehmen ist ein Auszubildender", sagte Schröder. "Das Handwerk stellt mit viel Engagement neue Ausbildungsplätze bereit, qualifiziert seine Mitarbeiter und sichert sich so seinen eigenen Nachwuchs an Fachkräften." Gütesiegel des Handwerks bleibe nach wie vor der Meisterbrief. "Der Meisterbrief steht für Qualität, insbesondere in den Berufen, in denen er nicht mehr Voraussetzung für die Selbstständigkeit ist", sagte Schröder. So sei die Zahl der Handwerksbetriebe seit der Änderung der Handwerksordnung Anfang 2004 bundesweit sprunghaft gestiegen.
"Besonders bei den zulassungsfreien Berufen - hauptsächlich im Bereich Bau und
bei den Gebäudereinigern gab es einen Gründerboom", sagte Schröder. "Doch über
80 Prozent dieser Gründer haben laut Statistik weder eine Gesellenprüfung noch
einen Meisterbrief. Die traditionelle Urkunde für Handwerksmeister gewährleistet
also weiterhin das geprüfte, berufliche Können und qualitative Standards. Daher
muss der freiwillige Meisterbrief weiterhin für alle Gewerke zugänglich
bleiben."![]()
