Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff
(
Visitenkarte) hielt auf dem Forum anlässlich des
Internationalen Frauentages zum Thema "Frauen, Familie, Gleichstellung - am 6. März 2006 in Schwerin eine Rede.
"Seit dem ersten Internationalen Frauentag in Deutschland sind 95 Jahre vergangen. Das 21. Jahrhundert wird oft als das weibliche Zeitalter beschrieben. Die Gleichstellung von Mann und Frau ist heute tatsächlich ein Leitbild unserer Gesellschaft. Und doch sind wir noch lange nicht soweit, dass wir den Frauentag mit gutem Gewissen vom Kampftag zum Feiertag erklären können."
Der Ministerpräsident unterlegte seine Feststellung mit Fakten: "Obwohl die Frauen heute so gut ausgebildet sind wie noch nie, sind sie im Arbeitsleben in Deutschland immer noch benachteiligt. Sie verdienen im Durchschnitt nur Dreiviertel von dem, was Männer verdienen. Gleichzeitig sind sie in Teilzeitjobs, geringfügiger Beschäftigung und ungeschützten Arbeitsverhältnissen überrepräsentiert und überproportional von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. In Führungspositionen in Wirtschaft und Wissenschaft bewegt sich der Frauenanteil in Deutschland zwischen 5 und 8 Prozent."
Ringstorff betonte, dass wir uns mit diesen Fakten nicht zufrieden geben dürfen. Es müsse Anliegen jeder Regierung sein, das zu ändern. Zukunftsorientierte Politik, so Ringstorff, müsse die Voraussetzung dafür schaffen, dass die Fähigkeiten aller Menschen optimal genutzt werden. Wir können es uns nicht leisten, auf qualifizierte Frauen zu verzichten, schon gar nicht aufgrund des absehbaren Fachkräftebedarfs.
Der Regierungschef sprach über die geleistete Arbeit der vergangenen Jahre: "Die Landesregierung hat einiges auf den Weg gebracht, um die Rahmenbedingungen für Familien spürbar zu verbessern. So nimmt Mecklenburg-Vorpommern bei der Versorgung mit Ganztagsplätzen im Vergleich mit anderen Bundesländern einen Spitzenplatz ein. 96% aller drei- bis sechsjährigen Kinder besuchen Kindertageseinrichtungen. Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, das ist ein Spannungsfeld; es funktioniert nur, wenn auch der Arbeitgeber mitmacht."
Der Ministerpräsident formulierte in seiner Rede die politische Aufgabe: "Ziel meiner Regierung war und ist es, gesellschaftliche Rahmenbedingungen für ein chancengleiches, selbstbewusstes Leben von Frauen und Männern sicherzustellen, Schutz vor Diskriminierung und Gewalt zu bieten und die Voraussetzungen zu schaffen, dass der Gleichstellungsgrundsatz des Grundgesetzes auch Lebenswirklichkeit wird."
Der Ministerpräsident: "Berufstätige Männer haben die Familie im Rücken; Frauen,
die arbeiten, haben die Familie im Nacken - dieser Spruch taugt nicht für die
Zukunft. Im europäischen Vergleich zeigt sich, je moderner eine Gesellschaft und
je größer die Emanzipation, desto höher die Zahl der Kinder. Auf dem Weg zum 8.
März als dem Feiertag für Frauen haben wir noch viel zu tun."
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