Über neue Ansätze in der Berufsfrühorientierung informierten Helmut Holter
(
Visitenkarte),
Minister für Arbeit, Bau und Landesentwicklung, und Dr. Hans-Robert
Metelmann
(
Visitenkarte), Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, am 21. Februar
2006 vor der Landespressekonferenz. Hier Auszüge aus dem Statement des
Arbeitsministers.
Das Landesprogramm der Berufsfrühorientierung wird erweitert. Das ist wichtig für Lehrer und Schüler der oberen Klassen und wichtig für die Mitarbeiter der Kinder und Jugendstiftung, die das Programm umsetzen. Ist es aber von solcher Wichtigkeit, dass gleich zwei Minister es "verkaufen" müssen? Ich spreche sicher im Namen von Minister Metelmann, wenn ich sage: Ja, das ist es. Lassen Sie mich erklären, warum.
Die Landesregierung geht mit dem Programm mehrere Wege, die auf ein Ziel hinauslaufen: Die Europäische Beschäftigungsstrategie umzusetzen, also Europa zu einer weltweit wettbewerbsfähigen Region zu machen. Diese Strategie zielt auf die nachhaltige Stärkung von Wachstum, Beschäftigung und sozialen Zusammenhalt. Die drei zentralen Bestandteile dieser Strategie sind erstens Wissen und Innovation für Wachstum zu entwickeln, zweitens einen attraktiven Raum für Investitionen und Arbeit zu schaffen und drittens Wachstum und Beschäftigung für sozialen Zusammenhalt zu erzeugen.
Die EU setzt also, um die Wettbewerbs- und Beschäftigungssituation zu verbessern, auf die Entwicklung der Humanressourcen, auf Bildung, Wissen und Innovation. Diese Ausrichtung gilt insbesondere für den Einsatz der Strukturfonds, darunter des Europäischen Sozialfonds, aus dem das Programm zur Berufsfrühorientierung finanziert wird. Dieses Programm mag nur ein kleines Zahnrad im Getriebe des Motors sein, der die europäische Entwicklung antreibt. Doch bekanntlich laufen Motoren unrund, wenn auch nur das kleinste Rädchen entfernt wird.
Das Landesprogramm zur Berufsfrühorientierung zielt erstens darauf, dass Jugendliche ihr Berufsleben mit einer Entscheidung beginnen, die durchdacht und begründet ist. Die Bestand hat und Erfolg verspricht. Es gilt, die Zahl derjenigen zu verringern, die ihre Ausbildung abbrechen, weil sie sich von dem gewählten Beruf ein falsches Bild gemacht haben. Zweitens zielt das Programm darauf, die Blicke von künftigen Berufsanfängern auf jene Branchen zu lenken, in denen ein Fachkräftemangel vorhersehbar ist. Auf Branchen, in denen die Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns liegt. Wie etwa die Gesundheitswirtschaft, die Biotechnologie oder der Tourismus. Und drittens zielt das Programm darauf, soziale Kompetenzen bei den Heranwachsenden zu entwickeln. Reiht sich ein in die Anstrengungen, die Schulzeit zu einer höchsttauglichen Vorbereitung auf das Erwachsenenleben zu gestalten.
Um Fehlentscheidungen und Ausbildungsabbrüche zu minimieren, werden zwei neue Bausteine in das Förderprogramm der Berufsfrühorientierung eingeführt. Standen bislang in den Jahrgangsstufen acht bis zehn insgesamt zehn Tage für Betriebspraktika zur Verfügung, können künftig bis zu 25 Tage in Anspruch genommen werden. Künftig gibt es mehr Zeit für Praktika, mehr Zeit, um verschiedenes auszuprobieren. In der achten Klasse geht es los mit einwöchigen Praktika, eins im ersten, eins im zweiten Halbjahr. Hier erhalten Schüler in Ausbildungswerkstätten die Möglichkeit, mehrere Berufsfelder zu testen. In der Jahrgangsstufe neun können sie dann zwei Wochen lang einen Beruf oder eine Firma intensiver kennen lernen. In der zehnten Klasse folgt ein abschließendes fünftägiges Betriebspraktikum.
Es kann nur gut sein, wenn Jugendliche ihre Traumberufe auf die vermeintlichen Traumeigenschaften hin untersuchen. Und zwar, bevor sie am ersten Tag ihrer Ausbildung unsanft mit der Wirklichkeit konfrontiert werden. Während der betrieblichen Praktika üben sie außerdem, sich in ein Team einzufügen, lernen, sich und die Arbeit zu organisieren. Bekommen eine Vorstellung von sie erwartenden Anforderungen.
Die neuen Bausteine der Berufsfrühorientierung zielen darauf, Jugendliche
sicherer in ihrer Berufswahl zu machen. Darauf, Traumberufe zu entzaubern,
damit junge Leute verantwortungsvoll Entscheidungen treffen können. Die
Chancen auf einen guten Start vergrößern sich mit den genannten Neuerungen.![]()
